Willkommen beim NABU Schöppenstedt

Für Mensch und Natur am Elm


Informationen über die aktuelle Planungen

Neue Windenergieanlagen am Süd-Elm

Am Donnerstag, 16. Juli 2026, fand unser Gruppentreffen im DGH Eitzum statt. Einer der Schwerpunkte des Abends war die Vorstellung und Diskussion der aktuellen Planungen für neue Windenergieanlagen am Süd-Elm.

 

Wir bedanken uns an dieser Stelle bei den zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern, Ratsfrauen und Ratsherren der betroffenen Gemeinden am Süd-Elm sowie den anwesenden Kreistagsabgeordneten für das große Interesse und die rege Teilnahme. Die hohe Resonanz hat gezeigt, wie sehr dieses Thema die Menschen in unserer Region bewegt.

 

Nach einer rechtlichen Einordnung der Planungen durch den 1. Vorsitzenden entwickelte sich eine lebhafte Diskussion. Dabei wurde deutlich, dass sich keiner der Teilnehmenden gegen den Ausbau erneuerbarer Energien aussprach. Kritisch gesehen wurden vielmehr die aus Sicht vieler überdimensionierten Windenergieanlagen mit einer geplanten Höhe von inzwischen über 250 Metern sowie der Umfang der vorgesehenen Planungsgebiete. Dies führe zu einer erheblichen Beeinträchtigung des Landschaftsbildes mit negativen Folgen für Mensch und Tier.

 

Der gesetzliche Rahmen

Das Gesetz für den Ausbau erneuerbarer Energien (EEG) verfolgt das Ziel, den Anteil des aus erneuerbaren Energien erzeugten Stroms am Bruttostromverbrauch der Bundesrepublik Deutschland einschließlich der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone (Bundesgebiet) bis zum Jahr 2030 auf mind. 80 Prozent zu steigern. Erreicht werden soll dieses Ziel durch den umwelt- und netzverträglichen Ausbau von Solar- und Windenergie, Biogasanlagen, Geothermie sowie der Wasserkraft einschließlich Wellen-, Gezeiten-, Salzgradienten- und Strömungsenergie.

 

Die Errichtung und der Betrieb dieser Anlagen einschließlich der erforderlichen Nebenanlagen liegen nach dem Gesetz im überragenden öffentlichen Interesse und dienen der öffentlichen Gesundheit und Sicherheit. Bis die Stromerzeugung im Bundesgebiet nahezu treibhausgasneutral ist, sollen die erneuerbaren Energien als vorrangiger Belang in die jeweils durchzuführenden Schutzgüterabwägungen eingebracht werden.

 

Die Konflikte entzündeten sich aktuell aus einer Flächeninanspruchnahme durch Windkraftanlagen, die in Teilen deutlich über die Zielerreichungsvorgaben des Windenergieflächenbedarfsgesetz hinausgeht.

 

Schon die Planungen des Regionalverbandes Braunschweig gehen über diese Zielerreichungsvorgaben hinaus. Der Regionalverband beruft sich dabei auf das Niedersächsische Windenergieflächenbedarfsgesetz.

 

Auswirkungen der Planungen auf Natur und Landschaft

Der Regionalverband verfolgt mit seinen Planungen das Ziel, einer sogenannten „Verspargelung“ der Landschaft vorzubeugen. Diese könnte nach Auffassung des Regionalverbandes eintreten, wenn die Planungen nicht rechtzeitig beschlossen würden. In diesem Fall drohe die sogenannte „Super-Privilegierung“ für den Bau von Windenergieanlagen.

Am Beispiel des Rotmilans (Milvus milvus), einer im Bundesnaturschutzgesetz als schlaggefährdet eingestuften Vogelart, wurde dessen Gefährdung umfassend und sachlich diskutiert.

 

Zur Veranschaulichung der möglichen Auswirkungen der Planungen sind rechts zwei Karten aus dem Umweltbericht des Regionalverbandes Braunschweig abgebildet.


Wir bleiben am Planungsprozess beteiligt

Für uns als NABU Schöppenstedt ist klar: Wir werden uns auch weiterhin für die Umsetzung der Europäischen Vogelschutzrichtlinie vor Ort einsetzen – nicht nur zum Erhalt der biologischen Vielfalt in den europäischen Vogelschutzgebieten, sondern auch darüber hinaus.

 

Sobald der Regionalverband Braunschweig die zweite Auslegung des „RROP – Sachliches Teilprogramm Windenergie 2025“ veröffentlicht, werden wir uns erneut  in den Planungsprozess einbringen.

 

Auch im weiteren Planungsverfahren setzen wir auf breite Unterstützung.
Gemeinsam können wir uns für einen naturverträglichen Ausbau der erneuerbaren Energien und den Schutz unserer heimischen Tier- und Pflanzenwelt einsetzen.

Wir werden an dieser Stelle auch künftig über die weiteren Entwicklungen informieren.

 


Kurzfristig geschlossen

Manchmal hat die Natur ihre eigenen Öffnungszeiten.

01. Juni 2026

Zum Schmunzeln: Am Pfingstsonntag war die Schwanenfamilie der Schöppenstedter Teiche mit ihren drei Küken auf großer Erkundungstour. Ziel war vermutlich das gegenüberliegende Gewässer. Doch der steile Hang erwies sich als unüberwindbares Hindernis – also wurde die Mission abgebrochen. Frei nach dem Motto: Morgen ist auch noch ein Tag.

Am Pfingstmontag erwartete die Besucherinnen und Besucher der NABU-Hütte dann eine ungewöhnliche Überraschung.: Der Eingangsbereich war belegt. Die Schwanenfamilie hatte sich direkt vor und neben der Hütte niedergelassen und den Bereich zur schwanischen Schutzzone erklärt. 😉 Die Eltern hielten dabei aufmerksam Wache und machten unmissverständlich klar: "Kommt unserem Nachwuchs nicht zu nah."

Fotos: Wolfgang Klettke / Birgit Kühne


Kein Wunder: Höckerschwäne gehören zu den fürsorglichsten und aufmerksamsten Eltern unserer Gewässer. Während der Jungenaufzucht wird der Nachwuchs konsequent bewacht – und so auch die NABU-Hütte. 

 

Ein herzliches Dankeschön an Wolfgang Klettke für die schönen Fotos dieser besonderen Begegnung. Wir freuen uns schon auf weitere Eindrücke von den Schöppenstedter Teichen – und natürlich darauf, Herrn Klettke bald wieder an der NABU-Hütte begrüßen zu dürfen. 


Einsatz gegen Vogelmord und Wilderei

Der NABU unterstützt

Millionen Wildvögel werden jedes Jahr in Europa legal oder illegal getötet. Neben der regulären Jagd stellen vor allem illegale Fangmethoden, Wilderei und die Verfolgung geschützter Arten eine große Bedrohung für den Vogelschutz dar. Auch in Deutschland gibt es weiterhin erhebliche Probleme – etwa durch illegale Greifvogelverfolgung, verbotene Fallen oder den Handel mit geschützten Tierarten.

 

Der NABU unterstützt deshalb die Arbeit des Komitee gegen den Vogelmord (CABS), das sich seit 1975 national und international gegen Vogelfang, Wilderei und die illegale Verfolgung von Zug- und Greifvögeln einsetzt. Als spezialisierte Naturschutzorganisation ist CABS in zahlreichen europäischen Brennpunkten der Zugvogeljagd aktiv und engagiert sich auch in Deutschland gegen Umweltkriminalität.

Weitere Informationen zu den Projekten und Einsätzen des Komitee gegen den Vogelmord (CABS) findest Du auf der Website der Organisation. Dort werden sowohl die Aktivitäten in Deutschland als auch internationale Projekte gegen Vogelfang, Wilderei und illegale Greifvogelverfolgung vorgestellt – ebenso wie Möglichkeiten, wie jeder Einzelne zum Schutz der Vögel beitragen kann.

 

 

Leitfaden gegen illegale Greifvogelverfolgung
Wer tote Greifvögel, verdächtige Fallen oder Hinweise auf illegale Verfolgung entdeckt, sollte dies melden. Hilfestellungen zum Erkennen, Bekämpfen und Verhindern illegaler Greifvogelverfolgung bietet ein gemeinsamer Leitfaden von NABU, LBV und CABS: Leitfaden anschauen


Unsere Buchtipps

Lesenswert

 

"Rettet die Kindheit" von Maja Lunde

In „Rettet die Kindheit“ zeigt Maja Lunde eindrucksvoll, wie stark Smartphones, Tablets und permanente Bildschirmzeit den Alltag unserer Kinder verändert haben – oft schleichend und unbemerkt. Ausgehend von den Erfahrungen in Norwegen, das bei der Digitalisierung von Schulen lange als Vorbild galt, beschreibt sie die alarmierenden Folgen für Konzentration, Gesundheit und soziales Miteinander. Gleichzeitig macht das Buch Hoffnung: ohne erhobenen Zeigefinger, aber mit vielen klugen Ideen zeigt Lunde, wie Familien wieder mehr echte Begegnungen, Bewegung, Kreativität und Lebensfreude in ihren Alltag holen können.


"Schön Wild!Warum wir und unsere Kinder Natur und Wildnis brauchen" von Gerhard Trommer (2012)

Wer erinnert sich nicht an das Gefühl, barfuß über eine Wiese zu laufen, auf Bäume zu klettern oder stundenlang Tiere zu beobachten? In "Schön wild!" zeigt der Der Naturwissenschaftler und Umweltpädagoge Gerhard Trommer, wie sehr uns diese besonderen Naturerlebnisse heute fehlen – und warum sie trotzdem wichtiger denn je sind. Während viele Kinder Natur nur noch aus Freizeitparks oder von Bildschirmen kennen, lädt das Buch dazu ein, die Wildnis direkt vor der eigenen Haustür neu zu entdecken. Mit spannenden Gedanken und praktischen Ideen macht Gerhard Trommer Lust darauf, wieder mehr Zeit draußen zu verbringen und die Natur mit allen Sinnen zu erleben.

 

Lese-, Hörproben und mehr findest Du in unseren Publikationen 


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